Volatilitätsmodell

Volatilitätsmodell – Komplizierter Name Aber Beste Ergebnisse

 

Als ein Risikomaß wird oft die Volatilität, also die Schwankungsbreite, einer Aktie herangezogen. Das ist auch die Basis des Volatilitätsmodells als Money Management Verfahren. Die Anzahl der zu kaufenden Aktien hängt diesmal wesentlich davon ab, wie schwankungsfreudig, also volatil die Aktie ist.

 

So wie in dem prozentbasiertem Money Management Modell wird auch beim Volatilitätsmodell vorerst festgelegt werden müssen, wie viel man pro Aktienposition bereit ist zu riskieren. Anschließend muss der Aktienanleger auch vor dem Eingehen in eine Position wissen, wie hoch sein Stopp Loss Limit ist.

Beim Volatilitätsmodell kommt jetzt als weitere Komponente die Volatilität der Aktie hinzu. Jedoch wird hier nicht fest vorgegeben, was genau herangezogen werden muss, um die Schwankungsbreit zu bestimmen.

 

Was Sie tun können, wäre zu bestimmen, wie hoch die Differenz zwischen dem höchsten und niedrigsten Kurs innerhalb eines bestimmten Zeitraums beträgt. Dies muss dann in die Positionsgrößenkalkulation einfließen.

 

Das nun folgende Beispiel dient lediglich der Demonstration dieses Position Sizing Modells. Sie können auch ein selbst erwähltes Verfahren zur Berücksichtigung der Volatilität heranziehen:

 

Aktie A soll gekauft werden. Ihr maximales Risiko soll wieder 1% und Ihr gesamtes Einsatzkapital 10.000€ betragen. Ihren Stopp Loss für diese Aktie legen Sie auf 5% fest.

Zusätzlich bestimmen Sie die Volatilität der Aktie A für die letzten 10 Tage (oder 30 Tage, 60 Tage etc.). Der höchste Kurs betrug 11€, der niedrigste 9€, aktuell notiert die Aktie bei 10€. Somit beträgt die 10 Tages Volatilität (11€ – 9€) 2€.

Jetzt wird noch die Allzeit-Volatilität der Aktie A berechnet. Diese soll 35€ betragen (40€-5€).

 

Nun wird die kurzfristige Volatilität zur langfristigen Volatilität in Beziehung gesetzt.

1 – 2/35 = 0,94

Jetzt bestimmen wir die Anzahl der zu kaufenden Aktien.

1% von 10.000€ = 100€ Maximalrisiko

5% Stopp Loss von 10€ Aktienkurs = 0,5€

 

Anzahl Aktien = [(1-2/35) * 100€] /0,5€ = 188

 

Wir müssten demnach 188 Stück von Aktie A kaufen. Im vorherigen Modell, wo die Volatilität keine Berücksichtigung fand, aber sonst alle anderen Faktoren identisch waren, konnten wir 200 Stück kaufen.

Das bedeutet, dass das Volatilitätsmodell durch individuelle Risikoberücksichtigung bei jeder Aktie immer zu etwas weniger Stücken pro Position rät.

 

Das Volatilitätsmodell hat übrigens am besten abgeschnitten. Denn dieses Verfahren brachte die 23% Rendite pro Jahr ein, von der am Anfang des Money Management Kapitels gesprochen wurde. Dieses Position Sizing Modell ist zweifelsohne etwas aufwendiger bei der Berechnung, aber dafür wird man auch auf lange Sicht mit höheren Renditen belohnt.

 

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