Optimaler Verschuldungsgrad

Gibt Es Einen Optimalen Verschuldungsgrad?

 

Ein optimaler Verschuldungsgrad ist kurz vor dem Zeitpunkt gegeben, wo die Gesamtkapitalkosten am geringsten sind, welche sich aus der Renditeforderung der Eigenkapitalgeber und der Zinssatzforderung der Gläubiger, also Fremdkapitalgeber, ergibt.

 

Auch wenn diese Thematik des optimalen Verschuldungsgrades sehr theoretisch ist, so will ich das Ganze doch kurz näher erläutern.

 

Als Beispiel zur Klärung des optimalen Verschuldungsgrades nehmen wir an, dass ein Unternehmen 100€ Eigenkapital und 100€ Fremdkapital, somit 200€ Gesamtkapital besitzt. Der Fremdkapitalzinssatz soll 5% und die Eigenkapitalkosten, also die Renditeforderung der Aktionäre, 8% betragen. Als Gesamtkapitalkosten würde sich somit ergeben:

100/200 * 0,05 + 100/200 * 0,08 = 0,065 also 6,5%

 

Wenn das Unternehmen nun den Verschuldungsgrad auf sagen wir 200% erhöht, indem es einfach mehr Fremdkapital aufnimmt (Gesamtkapital: 300€), so würden die Gläubiger und Aktionäre einen Risikozuschlag verlangen, so dass sich beispielsweise als FK-Zinssatz 6% und als EK-Kosten 9% ergeben würden. Die Gesamtkosten würden demnach betragen:

200/300 * 0,06 + 100/300 * 0,09 = 0,069 also 6,9%.

 

Die Gesamtkapitalkosten wären demzufolge gestiegen. Wenn wir nun annehmen, dass beim Senken des Verschuldungsgrades die Gesamtkapitalkosten auch höher wären als 6,5%, so hätten wir den optimalen Verschuldungsgrad bei 100% bestimmt.

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