Kurs Gewinn Wachstums Verhältnis

Warum Ist Das Kurs Gewinn Wachstums Verhältnis Dem KGV Vorzuziehen?

 

Die meisten Aktienanalysten oder auch Investoren schauen nur auf das KGV. Einer der größten Schwächen des KGVs ist jedoch das Weglassen des Gewinnwachstums. Um diesem Mangel entgegenzukommen wird zusätzlich auch das Kurs Gewinn Wachstums Verhältnis benutzt (KGWV), welcher sich aus dem Englischen Price Earnings to Growth Ratio (PEG Verhältnis) ableitet.

 

Das Problem beim alleinigen Benutzen des Kurs Gewinn Verhältnisses ist, dass man zu falschen Schlüssen kommen kann, wenn man unterschiedliche Aktien derselben Branche vergleicht und nur anhand eines geringen KGVs in eine bestimmte Aktie investiert. Denn es kann vorkommen, dass andere Aktien mit höherem KGV ein höheres Gewinnwachstum haben.

Wächst ein Unternehmen schneller als andere, dann kann man auch höhere Aktienkurse in Zukunft erwarten.

Das Kurs Gewinn Wachstums Verhältnis ist eine weitere Kennzahl, um solche Aktien mit hohem Gewinnwachstum und günstiger Aktienbewertung zu entdecken.

 

Kurs Gewinn Wachstums Verhältnis = KGV/Gewinnwachstum in Prozent

 

Ein Beispiel:

Unternehmen A hat ein KGV von 20 bei einem Gewinn pro Aktie von 0,5€. Letztes Jahr hatte das Unternehmen einen Gewinn von 0,4€ pro Aktie. Dies würde einem Gewinnwachstum von (0,5/0,4) 25% entsprechen. Das KGWV beträgt somit (20/25%) 0,8.

 

Jetzt muss man natürlich wieder wissen, was das bedeutet. Das KGV hat die Einheit „Jahre“. Wenn man nun die Anzahl der Jahre durch Prozent teilt, bedeutet dies in unserem Falle, dass man 0,8 Jahre braucht, um einen Prozentpunkt an Gewinnwachstum zu erhalten.

 

Die Entscheidungsregel für das Kurs-Gewinn-Wachstums-Verhältnis besagt, dass Werte unter 1 auf eine Unterbewertung hindeuten und daher die Aktie zu kaufen ist. In unserem Fall ist die Aktie A mit 0,8 KGWV unterbewertet.

 

Um auch bei dieser Kennzahl mögliche Fehlentscheidungen zu vermeiden, sollte man möglichst nicht nur das Gewinnwachstum des letzten Jahres, sondern den Durchschnitt der letzten fünf Jahre. Dadurch würde man die Übergewichtung eventueller guter Ausnahmejahre vermeiden.

 

Wichtig ist zudem, dass man genau schaut, wie alt das Unternehmen ist, welches man analysiert. Besonders junge Unternehmen wachsen natürlich auch stärker, welcher sich in einem zu positiven PEG-Verhältnis ausdrücken würde. Jedoch sei dazu gesagt, dass Aktien solcher Unternehmen natürlich auch stärker steigen.

 

Was man für seine Aktienanlage bei solchen Aktien nur wissen sollte, ist, dass diese Aktien eventuell aufgrund eines abnehmenden Gewinnwachstums in den Folgejahren nicht mehr so stark steigen könnten.

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