Protective Put Strategie

Welche Vorteile Hat Die Protective Put Strategie?

 

Bei der Protective Put Strategie geht es mehr darum, die einmal erworbene Aktie so gegen Kursverluste zu schützen, dass der Verkauf der Aktien verhindert wird. Auf die jeweils erworbene Aktie wird ein Protective Put gekauft, der, wie der Begriff schon suggeriert, die Aktie vor Kursrückgängen schützt.

 

Wie ist dies jedoch möglich? Vorerst sei all denen gesagt, die nicht wissen, was ein Put ist, dass Put Optionen bzw. Optionsscheine sind. Optionen oder Optionsscheine sind Derivate, das heißt deren Wertentwicklung ist gekoppelt an die Wertentwicklung eines anderen Wertpapiers. Wenn wir von Aktienoptionen oder Aktien-Optionsscheinen sprechen, dann ist der Kurs der Option an den Kurs der Aktie gekoppelt, welcher der Option zugrunde liegt. Diese Aktie wird Basiswert oder Underlying genannt.

 

Neben den Put Optionen gibt es noch die Call Optionen, die dann steigen, wenn auch sein Basiswert steigt. Aber wir interessieren uns für den Fall, wo die Option an Wert zulegt, wenn sein Basiswert fällt. Diese Eigenschaft weisen eben Put Optionen auf.

 

Der Nachteil dieser Protective Put Strategie ist, dass man natürlich für den Schutz vor Kursverlusten die Put Option kaufen muss. Man muss also zusätzlich Geld ausgeben, so wie bei einer Versicherung auch dann, wenn der Kursrückgang gar nicht vorkommt.

 

Wissen sollten Sie auch, dass Optionen immer nur eine begrenzte Laufzeit haben. Je länger diese Laufzeit desto teurer auch die Put Option. Eine weitere Besonderheit ist der Basispreis der Option. Um dies zu verdeutlichen ziehen wir ein fiktives Protective Put Beispiel heran:

 

100 Aktien A wurden gekauft zu einem Kurs von: 42,15€

 

Optionsschein mit Basiswert auf Aktie A wird gekauft mit folgenden Eigenschaften:

 

Laufzeit: bis 12.06.09

Basispreis: 42€

Bezugsverhältnis (BZV): 0,1

Aktueller Kurs: 0,46€

 

Weil das Bezugsverhältnis 0,1 beträgt, müssten 1000 Optionsscheine gekauft werden, um 100 Aktien zu schützen.

Nehmen wir nun an, dass der 12.06.09 erreicht ist. Die Aktie A soll nun annahmegemäß bei 40€ gelistet sein. Mit dem bloßen Aktienkauf hätte man also einen Verlust von 42,15-40 = 2,15€ pro Aktie gemacht. Insgesamt also 215€.

Die Puts hätten einen Wert von 42-40 = 2 * 0,1 (BZV) = 0,2€. Insgesamt also 0,2€ * 1000 = 200€.

Anfänglich hatten wir jedoch auch die Puts bezahlt und zwar mit 0,46*1000 = 460€.

 

Es würde sich also folgendes Verlustbild ergeben:

-460€

-215€

+200€ = -475€

 

Wenn wir nur die Aktie gekauft hätten, würden wir nur einen Verlust von 215€ machen. Die Puts hätten sich bei diesem Szenario also nicht gelohnt. Man muss hier auch noch anmerken, dass die Puts aufgrund ihrer sehr langen Laufzeit teuer sind. Kürzer laufende Puts sind natürlich auch vorhanden. Aber Puts mit längeren Laufzeiten haben immer auf das Jahr gerechnet einen günstigeren Preis!

 

Was würde passieren, wenn die Aktie deutlich stärker gefallen wäre, z.B. auf 37€?

 

Verlust bei der Aktie A: 42,15-35 = 7,15€ also 7,15*100 = -715€

 

Gewinn beim Put: 42-35 = 7€ *0,1 = 0,7 * 1000 = +700€

 

Anfängliche Put-Kosten: 0,46*1000 = -460€

 

Insgesamt: -475€

 

Hätte man nur die Aktien gekauft, würde man statt 475€, 715€ Verluste einfahren. Der maximale Verlust beim Protective Put beträgt hier also immer, egal bei welchem Kurs die Aktie steht, 475€.

 

Bei der Protective Put Strategie ist es wichtig, viele verschiedene Optionsscheine miteinander zu vergleichen, um das kostengünstigste Put Optionsschein zu bekommen. Ein Protective Put eignet sich übrigens auch dann sehr gut, wenn ein bestimmter Buchgewinn mit Aktien verzeichnet wurde und dieser Buchgewinn nun abgesichert werden soll. Mit dem Kauf eines Puts würde man den Großteil der Gewinne absichern und immer noch an weiteren Kurszuwächsen partizipieren können, was der entscheidende Vorteil gegenüber der Stop Loss Strategie wäre. 

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